Impressum / Kontakt I Sitemap I Querbahnsteig I Empfangsgebäude I Zur Startseite von Gleis 2

Gleismannsbahnhof Gleis 2.12

Die Hochbahn nach Rothenburgsort / Was blieb von der Zweiglinie?

Auch wenn inzwischen mehr als fünfzig Jahre seit der Beseitigung der Trasse der Hochbahn nach Rothenburgsort vergangen sind, gibt es noch einige sichtbare Überbleibsel, die von deren ehemaliger Existenz künden. Die größten Hinweise dafür sind ausgerechnet unter der Erde zu finden. Es handelt sich dabei um den zerstückelten Tunnel nebst Rampe zwischen der Haltestelle Hauptbahnhof Süd und dem Besenbinderhof. Die Haltestelle selbst 1.) zeigt die Spuren der ehemaligen Zweiglinie erst auf den zweiten oder dritten Blick.

Für den Fahrgast sichtbar ist die Rampe 2.) östlich der Haltestelle Hauptbahnhof - Süd der U3, die bei einer Fahrt durch den Tunnel vom Berliner Tor auf der linken Seite erkennbar ist. Hinter den ehemaligen Rampen- / Abstellgleisen ist der Tunnel zugemauert, da hier der Tunnel der U1 entlangführt. Der zweite Abschnitt des Tunnels zum Besenbinderhof 3.) gehört zum Kellerarchiv einer großen Versicherung und ist / war nur mit Glück zugänglich. Die beiden oberirdischen Überreste (Rampe, 4.) und Widerlager plus Bahndamm, 5.) sind auf den ersten Blick nicht als Teile einer ehemaligen Hochbahnstrecke zu identifizieren. Daneben gibt es noch einige andere Hinweise, die weiter unten genannt werden.

Streckenkarte der Zweiglinie nach Rothenburgsort.
In diesem Kartenausschnitt der ehemaligen Zweiglinie nach Rothenburgsort sind die noch vorhanden Überreste grün gekennzeichnet. 1.) ist die Haltestelle "Hauptbahnhof", 2.) die unterirdische Rampe östlich des Bahnsteigs, 3.) der Tunnel unter dem "Besenbinderhof" samt 4.) der Rampe und 5.) ist der Bahndamm westlich des "Billhorner Deichs" mitsamt dem Widerlager.


(Die Fotos für 1., 2. und 3. folgen demnächst!)

4.) Im heutigen Innenhof des Arbeitsamtes an der Norderstraße gibt es noch das steinerne Brückenwiderlager, an dem der Viadukt begann. Die dahinterliegende Rampenstrecke ist teilweise zugewachsen und das ehemalige Portal zugemauert und nur mittels einer kleinen Holztür passierbar.

Die ehemalige Tunneleinfahrt.
So sieht die ehemalige Tunneleinfahrt heute aus. Foto vom April 2010.

Das ehemalige Widerlager.
Das Widerlager von Nahem betrachtet. Gut sind die unterschiedlichen Mauerstrukturen zu erkennen. Foto vom April 2010.

Die Rampe am Besenbinderhof 2010 von oben gesehen
Das ehemalige oberirdische Rampenstück am Besenbinderhof ist heute bewachsen und aus der Vogelperspektive kaum auszumachen. Der Bewuchs an der Vorderseite wurde bereits im Herbst des vorigen Jahres entfernt. Foto vom April 2010.


5.) Im Bereich Rothenburgsort ist noch stückweise der Damm nördlich der S - Bahn zu erkennen sowie das Widerlager an der westlichen Seite der Straße "Billhorner Deich".

Widerlager bei der Haltestelle Rothenburgsort.
An der Straße "Billhorner Deich" gegenüber der Haltestelle "Rothenburgsort" der S - Bahn, befindet sich noch dieses Widerlager der ehemaligen Hochbahnstrecke. Foto vom April 2003.

Widerlager und Bahndamm bei der Haltestelle Rothenburgsort.
Vom S - Bahnsteig aus kann man hinter dem Widerlager auch noch ein längeres Stück Bahndamm erkennen. Foto vom April 2003.


Ein indirekter Hinweis auf die Strecke ist ein Gebäude an der Straßenecke "Billhorner Brückenstraße" / "Billstraße", das erst nach der Eröffnung der Zweiglinie erbaut wurde. Es besitzt bis heute eine abgeschrägte Hauswand, deren Sinn heute nicht so ohne weiteres erkennbar ist, die wegen der engen Platzverhältnisse damals (direkt links neben der Haltestelle Brückenstraße gelegen) aber notwendig war. Der Bogen der ehemaligen Strecke von der Haltestelle bis zum Bahndamm der S - und Fernbahn hinter den Häusern an der "Billstraße" ist durch einen ebensolchen Bogen aus Bäumen noch gut erkennbar.

Schließlich gibt es in den beiden Museumswagen T1 Nr. 11 und T6 Nr. 220 noch die Streckenkarten von 1916 bzw. aus den 1930er Jahren, auf denen auch die vier Stationen nach Rothenburgsort verzeichnet sind.

Linienplan im T1 11
Linienplan im T6 220
Die Strecke nach Rothenburgsort, aufgezeichnet auf der Decke der Triebwagen T1 11 (oben) und T6 220 (darunter). Die unterschiedliche Darstellungsweise der Streckenpläne über die Jahre ist gut zu erkennen. Fotos vom Oktober 2003 beziehungsweise vom November 2002.


Die Haltestellennamen (außer natürlich Rothenburgsort, die heute von der S - Bahn bedient wird) existieren heute noch - als Bushaltestellen, auch wenn das keine direkten Hinweise sind. Die namensgleichen Bushaltestellen befinden sich nicht immer an den oder in der Nähe der ehemaligen Hochbahnhaltestellen:

  • Spaldingstraße
befindet sich heute beim "ADAC" - Gebäude an der "Spaldingstraße" Ecke "Amsinckstraße". Die Gegend der ehemaligen Hochbahn - Haltestelle Spaldingstraße wird heute von keinem Verkehrsmittel mehr erschlossen.

  • Süderstraße
befindet sich an der Kreuzung "Heidenkampsweg" Ecke "Süderstraße", also an einer ganz anderen Stelle. Die Lage der ehemaligen Haltestelle Süderstraße wird von der Haltestelle Nagelsweg bedient.

  • Billstraße
liegt in der Nähe der ehemaligen Haltestelle Brückenstraße, die ja ursprünglich ebenfalls Billstraße heißen sollte. Und die Haltestelle Billhorner Brückenstraße liegt in Sichtweite davon in der "Amsinckstraße".

Die Strecke der ehemaligen Zweiglinie wird von keinem Verkehrsmittel in ganzer Länge mehr befahren.


Alle Inhalte dieser Internetpräsenz sind © Karsten Leiding. Das Kopieren ist nicht gestattet!

Quelle: Foto Hochbahn; Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung der HHA

Erstellt seit: Januar 2001
Online seit: Dezember 2001
Zuletzt aktualisiert am: 21. Mai 2010

Zurück zum Anfang

Impressum / Kontakt I Sitemap I Querbahnsteig I Empfangsgebäude I Zur Startseite von Gleis 2