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Gleismannsbahnhof Gleis 13.Ö

Stillgelegt: Die Bahnstrecke Ahrensbök - Pönitz

 

 

 

1. Eröffnung und Betrieb

2. Haltestellen

3. Stillegung und heutiger Zustand

Das Schnell- und Regionalnetz des HVV mit der außerhalb liegenden, stillgelegten Strecke Ahrensbök - Pönitz.
Das Regionalbahnnetz des HVV mit der außerhalb liegenden, stillgelegten Strecke Ö: Ahrensbök - Pönitz


1. Eröffnung und Betrieb

Die Stadt *Ahrensbök war schon früh an einer Bahnverbindung mit der Hansestadt Lübeck interessiert. Die am 10. April 1873 von der "Eutin - Lübecker Eisenbahn" (ELE) gebaute Strecke von Lübeck nach Eutin lag jedoch einige Kilometer weiter westlich. Eine daraufhin projektierte Nebenbahn nach Lübeck wurde ebenfalls nicht realisiert. Nun hoffte man, zumindest eine Nebenbahn zu einem der vorhanden Bahnhöfe der "ELE" bauen zu können. Die 1883 errichtete Zuckerfabrik brauchte zudem einen Bahnanschluß. Daraufhin wurde eine Bahnstrecke zum etwa 8 Kilometer entfernten *Gleschendorf geplant. Die "ELE" war am Bahnbau interessiert und erhielt am 30. November 1885 die Konzession für den Bau dieser Strecke.

Die Bauarbeiten an dieser Strecke gingen glatt vonstatten und so konnte am 05. Oktober 1886 der Personen- und der Güterverkehr aufgenommen werden. Die Spurweite betrug 1.435 mm (Normalspur). Die Strecke führte ebenerdig südlich der heutigen Bundesstraße 432 entlang. Nur im Bereich Gleschendorf waren ein Damm und eine Brücke über den Fluß "Schwartau" erforderlich. In *Gleschendorf mußte man in die Züge nach Eutin und Lübeck umsteigen. Durch die nordwärts gerichtete Kurve in Gleschendorf gab es keine direkte Möglichkeit, nach Lübeck zu fahren.

Der Fahrzeugpark dieser Strecke stammte von der "ELE", die ja auch den Verkehr auf der Hauptstrecke abwickelte. 1914 besaß die Strecke *Ahrensbök - *Gleschendorf die Kursbuchnummer 47 f. Es gab ab *Gleschendorf 11 Fahrten nach *Ahrensbök (die Zahl der Gegenrichtung ist mir nicht bekannt, wird aber identisch sein), die die 2. bis 4. Wagenklasse hatten. Die Fahrt dauerte etwa 19 Minuten. Die Zwischenhalte *Brauner Hirsch und *Fabrik waren dabei als Bedarfshalte gekennzeichnet. Leider ist nicht ersichtlich, an welchen Wochentagen die Fahrten stattfanden. Im Laufe des Jahres 1914 wurde dann die Haltestelle *Fabrik / Zuckerfabrik Ahrensbök in *Holstendorf umbenannt.

Ebenfalls 1914 gab es Planungen, die Strecke nach Bad Oldesloe zu verlängern. Bereits 1913 sollte die Strecke nach Reinfeld (an der Bahnstrecke Hamburg - Lübeck der "Lübeck - Büchener Eisenbahn (LBE)") verlängert werden. Auch eine undatierte Verlängerung zur Ortschaft Gnissau (ebenfalls an der heutigen B 432 gelegen) war vorgesehen. Die Verlängerung nach Bad Oldesloe ist eingehend dokumentiert worden. So sollte die Strecke durch die Gemarkungen Cashagen, Obernwohlde, Krummbek, Mönkhagen, Heilshoop, Zarpen, Rehhorst, Havighorst, Poggensee, Sehmsdorf und Oldesloe. In Oldesloe war die Einführung in den bestehenden Kleinbahnhof geplant. Die Streckenlänge von Ahrensbök nach Oldesloe war mit 30,7 Kilometern angegeben. In Obernwohlde hätte die neue Bahnstrecke die im Bau befindliche Strecke von Lübeck nach (Bad) Segeberg gekreuzt. Der Erste Weltkrieg und die nachfolgende Inflation vereitelten jedoch diese Pläne. So blieb es bei der bestehenden Stichstrecke.

1928 wies der Fahrplan hin und zurück täglich 7 Fahrten und eine zusätzliche am Sonntagabend aus. Am 15. Mai 1934 wurde dann der Bahnhof *Gleschendorf in *Pönitz umbenannt. Gleichzeitig wurde der südlich, direkt an der gleichnamigen Ortschaft liegende, Bahnhofsname "Gleschendorf Dorf" zu "Gleschendorf" verkürzt. Dieser Bahnhof ist heute stillgelegt. In den 1930er Jahren wurde die ehemalige Zuckerfabrik in *Holstendorf von den damaligen braunen Machthabern als Internierungslager (KZ) mißbraucht. 1937 kam das Gebiet, auf dem die Bahnstrecke lag und zum Land Oldenburg gehörte, zur preußischen Provinz Schleswig - Holstein. Die "ELE" wurde am 1. Januar 1941 von der "Deutschen Reichsbahn Gesellschaft (DRG)" übernommen. So wurde die Bahnstrecken Eutin - Lübeck und die nach *Ahrensbök verstaatlicht und unterstanden der Reichsbahndirektion Schwerin. Die "ELE" wurde 1942 als Gesellschaft gelöscht.

Nach 1949 gehörte die Bahnstrecke dann zur "Deutschen Bundesbahn (DB)" und war der Bundesbahndirektion Hamburg unterstellt. Der Fahrplan von 1952 wies werktags 9 und sonntags 3 Züge in jeder Richtung aus. Alle Züge führten nur die 3. Wagenklasse und waren etwa 15 Minuten unterwegs. Die Kursbuchnummer lautete nun 114 k.

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2. Haltestellen

Symbol für eine stillgelegte Haltestelle Gleschendorf / Pönitz (Haltestelle der DB AG an der Bahnstrecke Lübeck - Eutin / Kursbuchstrecke 140)
Symbol für eine stillgelegte Haltestelle Brauner Hirsch
Symbol für eine stillgelegte Haltestelle Fabrik / Zuckerfabrik Ahrensbök / Holstendorf
Symbol für eine stillgelegte Haltestelle Ahrensböck / Ahrensbök

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3. Stillegung und heutiger Zustand

Bereits am 23. Mai 1954 wurde der Personenverkehr auf der Zweigstrecke eingestellt und durch einen Bus ersetzt. Der Güterverkehr dagegen hielt sich über dreißig Jahre länger und wurde erst am 28. Mai 1988 aufgegeben. Südwestlich von *Pönitz gab es einen Landhandel, der über die Schiene beliefert wurde, daneben gab es in *Ahrensbök, im rechten Winkel zum Personenbahnhof, unter anderem eine Ziegelei mitsamt einer Werkbahn ins Spechserholz und ein Gummi- und Asbestwerk. Der Landhandel an der B 432 wurde auch nach der offiziellen Einstellung des Güterverkehrs noch ab und zu bedient. Wann hier der letzte Zug fuhr, ist nicht bekannt.

Der Streckenabschnitt vom Landhandel bis nach *Ahrensbök ist zwischenzeitlich abgebaut worden, aber noch am Planum, an Schotterresten und diversen Kilometersteinen zu erkennen. In *Ahrensbök steht das ehemalige Empfangsgebäude noch und trägt sogar noch ein Namensschild! Auf dem ehemaligen Bahnhofsgelände ist ein Supermarkt mitsamt Parkplatz entstanden. Das ehemalige Kassenhäuschen des Haltepunkts *Brauner Hirsch ist auch noch vorhanden.

Die Strecke vom Landhandel bis hinunter zum Bahnhof *Pönitz liegt noch, ist aber nicht mehr befahrbar, da sie zugewachsen ist und im Bereich der Bahnübergänge die Schienen fehlen. Vermutlich wird der Rest der Gleise in diesem Jahr auch verschwinden, da im Spätwinter 2008 mit der Rodung des Bewuchses auf den Gleisen entlang der B 432 begonnen wurde. Im Juli 2009 waren die restlichen Bahnanlagen aber noch unverändert. Auch der Bahnhof *Pönitz hat viele Gleise verloren und die Gleisverbindung nach *Ahrensbök wurde gekappt. Der Teil, in dem die Züge nach *Ahrensbök abfuhren, wurde zu einem P + R - Platz umgestaltet.

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4. Zu den Fotoseiten

Zu Gleis 13.ö1 - Fotoseite 1.

Zu Gleis 13.ö2 - Fotoseite 2.

Zu Gleis 13.ö5 - Fotoseite 5.

5. Quellen + Links

  • Ein Wiki über die Bahnstrecke Ahrensbök - Pönitz.
  • Weitere Infos über die Bahnstrecke gibt es auch auf der Internetseite Eisenbahn nach Ahrensbök und über den Fahrzeugpark der ELE auf Die Eutin - Lübecker Eisenbahn von Christian Protze.
  • Eine kurze Beschreibung der Strecke sowie eine Abbildung einer Aktie der ELE findet sich auf der Seite: Reichsbankschatz-Bestandskatalog.
  • Auf der Site www.die-d-zug-seite.de/Pönitz gibt es zwei Bilder von einer Abschiedsfahrt 1988 sowie einige Fotos vom Bahnhof Pönitz.
  • Auf der Site www.die-d-zug-seite.de/Ahrensbök gibt es einige Fotos der Haltestellen Ahrensbök, Holstendorf und Brauner Hirsch.
  • Streckendetails hat Martin Hoffmann auf www.partim.de.
  • Im Ostholstein - Museum in Eutin gab es im Frühjahr / Sommer 2008 eine sehr sehenswerte Ausstellung über "Vergessene Bahnen im Eutinischen" von Hans - Harald Kloth.
  • In dem Buch "Hamburg und seine Dampflokzeit" von Erich Staisch (1983) ist auf Seite 122 ein Teil des Fahrplans der Strecke von 1913 / 1914 abgebildet.
  • In dem Reprint "Storms Kursbuch für das Reich" vom 6. Oktober 1929 ist der Fahrplan der Strecke enthalten.
  • Auf der Site Gedenkstätte Ahrensbök gibt es Informationen über das KZ in Holstendorf in der ehemaligen Zuckerfabrik.

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Erstellt seit dem: 23. März 2008
Online seit dem: 13. April 2008
Umzug zu Gleis 13 am: 21. Juli 2009
Zuletzt aktualisiert am: 01. August 2009

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