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Gleismannsbahnhof.Gleis 13.Stillgelegt.

Gleis 13.Ö - Stillgelegt im HVV-Gebiet: Ahrensbök - Pönitz






1. Eröffnung und Betrieb

2. Haltestellen 1952

3. Stillegung und heutiger Zustand

4. Fotos

5. Umsteigen ...

6. Quellen und Links

Das Schnell- und Regionalbahnnetz des HVV mit der stillgelegten Strecke Ö: Ahrensbök - Pönitz.

Das Schnell- und Regionalbahnnetz des HVV mit der außerhalb liegenden, stillgelegten Strecke Ö: Ahrensbök - Pönitz.


1. Eröffnung und Betrieb

Die Stadt *Ahrensbök war schon früh an einer Bahnverbindung mit der Hansestadt Lübeck interessiert; erste Planungen dazu datieren aus dem Jahr 1869. Die am 10. April 1873 von der "Eutin - Lübecker Eisenbahn" (ELE) gebaute Strecke von Lübeck nach Eutin führte jedoch nicht durch *Ahrensbök, sondern lag etwa acht Kilometer weiter westlich. Eine daraufhin projektierte Nebenbahn nach Lübeck wurde ebenfalls nicht realisiert. Nun hoffte man, zumindest eine Nebenbahn zu einem der vorhandenen Bahnhöfe der "ELE" bauen zu können. Die 1883 errichtete Zuckerfabrik bei *Ahrensbök brauchte zudem einen Bahnanschluß. Daraufhin wurde eine Bahnstrecke zum etwa 8 Kilometer entfernten *Gleschendorf geplant. Die "ELE" war am Bahnbau interessiert und erhielt am 30. November 1885 die Konzession für den Errichtung dieser Strecke (zu der Zeit war sie aber bereits zum Teil in Betrieb!).

Die Bauarbeiten an dieser Strecke gingen nicht ganz glatt vonstatten. Zwar war das Gleis zwischen *Gleschendorf und der *Zuckerfabrik Ahrensbök bereits Mitte Oktober 1885 betriebsbereit und konnte von Güterzügen befahren werden, doch die Bauarbeiten nach *Ahrensbök selbst mußten aufgrund der Witterungsverhältnisse im Winter 1885 / 1886 eingestellt werden. Erst am 23. März 1886 konnte man weiterbauen, und so wurde erst ein Jahr später als der Güterverkehr am 05. Oktober 1886 auch der gesamte Personen- und auch der Güterverkehr nach *Ahrensbök aufgenommen. Die Spurweite betrug 1.435 mm (Normalspur). Die Strecke führte zwischen Untersteenrade und *Holstendorf ebenerdig südlich der "Neustadt - Segeberger Chaussee" heutigen Bundesstraße 432 entlang. Nur im Bereich *Gleschendorf waren ein Damm und eine Brücke über den Fluß "Schwartau" erforderlich. In *Gleschendorf mußte man in die Züge nach Eutin und Lübeck umsteigen. Durch die nordwärts gerichtete Kurve in *Gleschendorf gab es keine Möglichkeit, direkt nach Lübeck zu fahren.

Die Bahn hatte den Spitznamen "Kule", was auf Hochdeutsch "Dackel" bedeutet. Die ersten beiden Dampflokomotiven, die auf der Strecke verkehrten, hatten einen geringen Treibraddurchmesser von knapp etwas einem Meter, so daß sie an kurzbeinige Dackel erinnerten. Die später eingesetzten Loks und die Bahn selbst erhielten dann auch diesen Namen. Ein zwischen 1934 und 1942 eingesetzter Triebwagen mit der Betriebsnummer "ELE 1001" erhielt den Spitznamen "Therese".

Der Fahrzeugpark dieser Strecke stammte von der "ELE", die ja auch den Verkehr auf der Hauptstrecke abwickelte. 1914 besaß die Strecke *Ahrensbök - *Gleschendorf die Kursbuchnummer 47 f. Es gab ab *Gleschendorf 11 Fahrten nach *Ahrensbök (die Zahl der Gegenrichtung ist mir nicht bekannt, wird aber identisch sein), die die 2. bis 4. Wagenklasse hatten. Die Fahrt dauerte etwa 19 Minuten. Die Zwischenhalte *Brauner Hirsch und *Fabrik waren dabei als Bedarfshalte gekennzeichnet. Leider ist nicht ersichtlich, an welchen Wochentagen die Fahrten stattfanden. Im Laufe des Jahres 1914 wurde dann die Haltestelle *Fabrik / Zuckerfabrik Ahrensbök in *Holstendorf umbenannt.

Ebenfalls 1914 gab es Planungen, die Strecke nach (Bad) Oldesloe zu verlängern. Bereits 1913 sollte die Strecke nach Reinfeld (an der Bahnstrecke Hamburg - Lübeck der "Lübeck - Büchener Eisenbahn (LBE)") verlängert werden. Auch eine undatierte Verlängerung zur Ortschaft Gnissau (ebenfalls an der heutigen B 432 gelegen) war vorgesehen. Die Verlängerung nach Bad Oldesloe ist eingehend dokumentiert worden. So sollte die Strecke durch die Gemarkungen Cashagen, Obernwohlde, Krummbek, Mönkhagen, Heilshoop, Zarpen, Rehhorst, Havighorst, Poggensee, Sehmsdorf nach Oldesloe führen. In Oldesloe war die Einführung in den bestehenden Kleinbahnhof geplant. Die Streckenlänge von Ahrensbök nach Oldesloe war mit 30,7 Kilometern angegeben. In Obernwohlde hätte die neue Bahnstrecke die im Bau befindliche Strecke von Lübeck nach (Bad) Segeberg gekreuzt. Der Erste Weltkrieg und die nachfolgende Inflation vereitelten jedoch diese Pläne. So blieb es bei der vorhandenden Stichstrecke.

1928 wies der Fahrplan hin und zurück täglich 7 Fahrten und eine zusätzliche am Sonntagabend aus. Am 15. Mai 1934 wurde dann der Bahnhof *Gleschendorf in *Pönitz umbenannt. Gleichzeitig wurde der südlich, direkt an der gleichnamigen Ortschaft liegende, Bahnhofsname "Gleschendorf Dorf" zu "Gleschendorf" verkürzt. Dieser Bahnhof ist heute stillgelegt. In den 1930er Jahren wurde die ehemalige Zuckerfabrik in *Holstendorf von den damaligen braunen Machthabern als Internierungslager (KZ) mißbraucht. 1937 kam das Gebiet, auf dem die Bahnstrecke lag und zum Land Oldenburg gehörte, zur preußischen Provinz Schleswig-Holstein. Die "ELE" wurde am 1. Januar 1941 von der "Deutschen Reichsbahn Gesellschaft (DRG)" übernommen. So wurden die Bahnstrecken Eutin - Lübeck und die nach *Ahrensbök verstaatlicht und unterstanden der Reichsbahndirektion Schwerin. Die "ELE" wurde 1942 als Gesellschaft gelöscht.

Nach 1949 gehörte die Bahnstrecke dann zur "Deutschen Bundesbahn (DB)" und war der Bundesbahndirektion Hamburg unterstellt. Der Fahrplan von 1952 wies werktags 9 und sonntags 3 Züge in jeder Richtung aus. Alle Züge führten nur die 3. Wagenklasse und waren etwa 15 Minuten unterwegs. Die Kursbuchnummer lautete nun 114 k.

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2. Haltestellen 1952

Symbol für eine stillgelegte Haltestelle * 0,0 Gleschendorf / Pönitz (Bahnhof der [DB] an der Bahnstrecke Lübeck - Eutin / Kursbuchstrecke 140)
Symbol für eine stillgelegte Haltestelle * 3,7 Brauner Hirsch
Symbol für eine stillgelegte Haltestelle * 5,8 Fabrik / Zuckerfabrik Ahrensbök / Holstendorf
Symbol für eine stillgelegte Haltestelle * 8,0 Ahrensböck / Ahrensbök

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Karte der Strecke Ahrensbök - Pönitz.

Karte aus den 1980er Jahren mit der Strecke von Ahrensbök nach Pönitz, als sie noch für den Güterverkehr in Betrieb war.

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3. Stillegung und heutiger Zustand

Bereits am 23. Mai 1954 wurde der Personenverkehr auf der Strecke nach *Ahrensbök eingestellt und durch einen Bus ersetzt. Der Güterverkehr dagegen hielt sich über dreißig Jahre länger und wurde erst am 28. Mai 1988 aufgegeben. Südwestlich von *Pönitz gab es einen Landhandel, der über die Schiene beliefert wurde, daneben gab es in *Ahrensbök, im rechten Winkel zum Personenbahnhof, unter anderem eine Ziegelei mitsamt einer Werkbahn ins Spechserholz und ein Gummi- und Asbestwerk. Der Landhandel an der B 432 wurde auch nach der offiziellen Einstellung des Güterverkehrs 1988 noch ab und zu bedient. Wann hier der letzte Zug fuhr, ist mir nicht bekannt.

Der Streckenabschnitt vom Landhandel bis nach *Ahrensbök ist zwischenzeitlich abgebaut worden, aber noch am Planum, an Schotterresten und diversen Kilometersteinen zu erkennen. In *Ahrensbök steht das ehemalige Empfangsgebäude noch und trug bis vor einiger Zeit sogar noch ein Namensschild! Auf dem ehemaligen Bahnhofsgelände ist ein Supermarkt mitsamt Parkplatz entstanden. Das ehemalige Kassenhäuschen des Haltepunkts *Brauner Hirsch ist auch noch als Wohnhaus vorhanden. Die Trasse ab *Holstendorf bis *Ahrensbök ist heute ein Wanderweg.

Die Strecke vom Landhandel bis hinunter zum Bahnhof *Pönitz liegt noch, ist aber nicht mehr befahrbar, da sie zugewachsen ist und in der Zufahrt zum Bahnhof *Pönitz die Schienen fehlen. Ich hatte 2009 vermutet, daß der Rest der Gleise in diesem Jahr auch verschwinden würde, da im Spätwinter 2008 mit der Rodung des Bewuchses auf den Gleisen entlang der B 432 begonnen wurde. Im Frühjahr 2021 waren die restlichen Bahnanlagen größtenteils aber noch unverändert (siehe auch die aktuellen Fotos vom Frühjahr 2021). Auch der Bahnhof *Pönitz hat viele Gleise verloren, und die Gleisverbindung nach *Ahrensbök wurde gekappt. Der Teil, in dem die Züge nach *Ahrensbök abfuhren, wurde zu einem P+R-Platz umgestaltet.

Im Frühjahr 2008 gab es zum Thema "Vergessene Eisenbahnen im Eutinischen", auch zur Bahnstrecke *Pönitz - *Ahrensbök, eine Ausstellung im "Ostholstein-Museum". Dort war neben Exponaten der Strecken ein Modell des Bahnhofs "Ahrensbök" in der Spurweite "0" (Maßstab 1:43,5) als Mittelpunkt der Ausstellung zu sehen. Er war im Zustand zur Privatbahnzeit, als die Strecke zur "ELE" gehörte, gehalten. Daneben gab es Modelle von Fahrzeugen, unter anderem in Vitrinen. und auch in anderen Baugrößen als "0", die nach den Vorbildern von Fahrzeugen der "ELE" gebaut wurden, zu sehen. Dieses Bahnhofsmodell steht heute im "Heimatmuseum Ahrensbök".

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4. Fotos

Zu den Fotoseiten

Zu Gleis 13.ö1 - Fotoseite 1: *Pönitz.

Zu Gleis 13.ö2 - Fotoseite 2: Untersteenrade.

Zu Gleis 13.ö3 - Fotoseite 3: *Brauner Hirsch.

Zu Gleis 13.ö4 - Fotoseite 4: *Holstendorf.

Zu Gleis 13.ö5 - Fotoseite 5: *Ahrensbök.

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5. Umsteigen ...

... zu anderen stillgelegten Strecken nicht möglich!

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6. Quellen + Links

  • Buch - In dem Buch "Hamburg und seine Dampflokzeit" von Erich Staisch (1983) ist auf Seite 122 ein Teil des Fahrplans der Strecke von 1913 / 1914 abgebildet.
  • Artikel - Ein undatierter Artikel von Hans-Harald Kloth mit dem Titel "Pönitz - Ahrensbök". Es handelt sich dabei um eine "Lose-Blatt-Sammlung", die beim "GeraMond-Verlag" erschienen ist.
  • Reprint - In dem Reprint "Storms Kursbuch für das Reich" vom 6. Oktober 1929 ist der Fahrplan der Strecke enthalten.
  • www - Ein Wiki über die Bahnstrecke *Ahrensbök - *Pönitz.
  • www - Ein Wiki über Ahrensbök.
  • www - Bahntrassenradeln auf der ehemaligen Trasse von Achim Bartoschek.
  • www - Meßtischblatt 1929 der Gegend um Ahrensbök, bereitgestellt von der Uni Greifswald.
  • www - Im Heimatmuseum in Ahrensbök gibt es ebenfalls Informationen über die Bahnstrecke *Ahrensbök - *Pönitz. Zusätzlich steht dort das von Hans-Harald Kloth erbaute Modell des Bahnhofs Ahrensbök in Spurweite "0".
  • www - Auf der Site Gedenkstätte Ahrensbök gibt es Informationen über das KZ in Holstendorf in der ehemaligen Zuckerfabrik.
  • www - Malte Hübner ist im Frühjahr 2021 die Bahnstrecke nach Ahrensbök abgeradelt und hat viele Fotos gemacht. Einige sind auch auf den Fotoseiten zu sehen.
  • www - Bernd Schwartz hat auf seiner Website viele alte und aktuelle Fotos von Ahrensbök gesammelt.
  • www - Hier gibt es ein Bild vom Bahnhof *Holstendorf aus dem April 1931 (Achtung; Es gibt viel Werbung drumherum - nicht irritieren lassen!).

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Erstellt seit dem: 23. März 2008
Online seit dem: 13. April 2008
Umzug zu Gleis 13 am: 21. Juli 2009
Zuletzt aktualisiert am: 30. August 2021

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